Social Media

9 Gründe warum ich 2020 weder Social Media noch Instant-Messaging benutze:

Veröffentlicht am 18. Februar 2020
Autor: Pascal D. Hasenmaier, Leitender Dozent

1.) Maximale Qualität anstelle von maximalem finanziellen Gewinn

Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer schlagen mir nahezu täglich vor, aktiver in Social Media (Instagram, Facebook, Snapchat, usw.) zu sein, da wir so mehr Anmeldungen und folglich mehr Umsatz bzw. mehr Gewinn erzielen könnten. Das mag sein. Mein Ziel ist es jedoch nicht, so viel finanziellen Gewinn wie möglich zu erzielen, sondern so vielen Studierenden wie möglich effektiv während ihrer Klausurvorbereitung zu helfen. Aus diesem Grund investieren wir unsere Zeit lieber in die fachliche Vor- und Nachbereitung, das Beantworten von inhaltlichen Fragen und in die didaktische Ausbildung unserer Kursdozenten als in die Expansion.

2.) Moralische Werte in Social Media

In sozialen Netzwerken (Reddit, Studydrive, Instagram) herrscht oft ein negativer Umgangston, schlechte Nachrichten werden überproportional häufig verbreitet und der Algorithmus bevorzugt leicht verdauliche Inhalte. Dies führt dazu, dass sexuell explizite Bilder in Umlauf gebracht, nicht nachhaltige Ratschläge gegeben und oberflächliche Beziehungen geknüpft werden. An diesem Trend möchte ich nicht aktiv teilnehmen.

3.) Tiefgründige Arbeit anstelle von oberflächlichen Tätigkeiten

Likes sind Anerkennung in der virtuellen Welt. Etwas zu posten und anschließend zu sehen, wie ich Likes bekomme, gibt mir eine kurzfristige Befriedigung. Es raubt mir jedoch die Zeit, wirklich wichtige Dinge (Zeit mit der Familie verbringen, ein weiteres Buch schreiben, Unterricht vorbereiten, usw.) zu tun, die langfristig befriedigend sind und anderen einen Wert stiften. Social Media trägt dazu bei, dass ich prokrastiniere und mich vom Wesentlichen ablenken lasse.

4.) Angstgesteuertes Verhalten

Ich habe mich in der Vergangenheit oft dabei erwischt, wie ich andauernd mein Smartphone gecheckt habe, um zu überprüfen, ob ich eine Nachricht, einen Kommentar oder ein Like erhalten habe. Ich habe ewig durch den NewsFeed von YouTube, Facebook und Co gescrollt. Mir ist bewusst geworden, dass dieses Verhalten auf der Angst basiert, etwas wichtiges zu verpassen.

5.) Tiefere Beziehungen im echten Leben

Dadurch dass man mit Freunden oder Verwandten online kommuniziert, vermisst man sie weniger. Dies ist ein Trugschluss, denn man erlebt auf diese Weise nichts mit diesen Menschen. Besser wäre es, sich regelmäßig für gemeinsame Aktivitäten zu treffen und so die Beziehungen zu vertiefen.

6.) Social Media kann unglücklich machen

Sich andauernd (unterbewusst) mit anderen zu vergleichen, die sich online auf eine unnatürliche Weise von ihrer besten Seite zeigen, kann auf Dauer unglücklich machen.

7.) Den Moment bewusst erleben

Wie oft sieht man in Restaurants Freunde, die anstatt miteinander zu sprechen, lieber auf ihr Handy starren? Wie oft geht man online, um etwas zu recherchieren und verzettelt sich dann, weil man sich weiter durchklickt? Ich möchte die wenige Zeit, die ich auf dieser Erde habe, bewusst erleben, die Momente mit Freunden teilen (indem sie dabei sind und nicht indem ich ihnen Bilder schicke) und Beziehungen zu meiner Umwelt (Natur, aber auch Mitmenschen) aufbauen.

8.) Stress aufgrund von Reizüberflutung

Andauernd Videos, Bilder und sonstige Informationen als Input zu bekommen, kann Stress verursachen und dazu führen, dass die Konzentrationsfähigkeit abnimmt. Mein Ziel ist mehr qualitativ hochwertiger Output bei wenig Stress und nicht inflationärer Input bei massenweise Stress.

9.) Irgendwas schwirrt immer über dem Kopf rum

Mein Problem mit Instant-Messaging-Diensten wie WhatsApp ist, dass ich das Gefühl habe, dass mir jemand geschrieben haben könnte, der nun auf meine Antwort wartet. Aus diesem Grund benutze ich privat schon seit Jahren kein WhatsApp mehr. Bei Freunde und Helfer übernimmt Gott sei Dank Charité die Beantwortung der täglich mehreren hundert reinkommenden Nachrichten. Sie befolgt dabei jedoch ein klares Zeitmanagement.
Davor habe ich oft nachts um zwei Uhr, als ich kurz aufgewacht bin, im Gym oder beim Einkaufen stundenlang WhatsApp-Nachrichten beantwortet.

Bonus: Urlaubsbilder

Vor der Einführung von Social Media und Instant Messaging Diensten war man, wenn man im Urlaub war, wirklich weg. Man hatte eine Auszeit vom Alltag und man hat sich darauf gefreut, den Freunden und Verwandten die Urlaubsbilder später zu präsentieren.
Als ich 2019 im Dschungel von Malaysia unterwegs war, konnte ich dank WLAN im Hostel E-Mails beantworten und die Klausurenkurse organisieren. Ich war nun zwar in einem von Orang Utans bewohnten Wald, aber ich war dennoch nicht weg vom Alltagsstress. Zudem schickte ich Urlaubsbilder per Viber und WhatsApp direkt nachhause und telefonierte mit denselben Diensten mit den Daheimgebliebenen. Als ich zurück in Deutschland war, gab es wenig zu erzählen. Schließlich haben sie ja bereits alle Bilder gesehen und die Geschichten gehört…

Fazit: Seid achtsam.

Mir geht es nicht darum, Social Media oder Instant-Messaging-Dienste zu verteufeln. Es ist wichtig, sich der Vor- und Nachteile bewusst zu sein, die Tools sorgfältig zu nutzen und sich die Konsequenzen vor Augen zu führen.

Man läuft nicht andauernd mit einem Hammer  in der Hand rum, weil man vorbereitet sein möchte, falls mal ein Nagel in die Wand geschlagen werden muss.

Genauso empfehle ich jedem einzelnen und jeder einzelnen von euch, nicht andauernd mit dem Handy rumzulaufen, um vorbereitet zu sein, angerufen zu werden, Nachrichten abzurufen oder von irgendetwas ein Foto oder Video zu machen, um es anschließend zu posten.


Pascal D. Hasemmaier,
Direktor des Instituts

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